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2. Aug 2018, Wirtschaft | Studie

Impulse für den Generationswechsel in der Wirtschaft

Commerzbank Schweiz veröffentlicht 5. Studie zu Perspektiven in Schweizer Unternehmen
Ohne sie geht es nicht: Die digitale Transformation verändert die Schweizer Wirtschaft in hohem Tempo. Aber neben den technologischen Umbrüchen kennzeichnet vor allem ein veränderter Mindset und Mut zum Neuen in den Führungsetagen den Wandel. Die «Next Generation» der Schweizer Wirtschaft setzt mehr denn je auf Innovation, Digitalisierung und Internationalisierung. Dabei ist sie den deutschen Unternehmen immer eine Nasenlänge voraus. Das ist eines der Kernergebnisse unserer aktuellen Studie aus der Reihe «Unternehmerperspektiven» mit dem Titel «Next Generation: Neue Impulse für die Schweizer Wirtschaft». Bereits zum fünften Mal untersucht die Initiative der Commerzbank Schweiz, was die Wirtschaft hierzulande bewegt.
Next Generation Internationalisierung
Tradition, Dynamik und Internationalisierung gehen in der Schweiz wunderbar zusammen. Ja, es scheint ein gewisses Erfolgsrezept in dieser Mischung zu liegen. Jedenfalls ist die nächste Generation von Unternehmern und Managern gut aufgestellt, um mit strategischem Weitblick und profunder Kenntnis des eigenen Geschäfts, die Chancen zu nutzen, die  Digitalisierung und Transformation bieten. 32 Prozent der Schweizer Unternehmen sind in dynamischen Wachstumsmärkten unterwegs, deutlich mehr als in die Unternehmen in Deutschland – und das, obwohl sie im Schnitt 10 Jahre älter sind als diese. Doch Selbstzufriedenheit ist nicht die Sache der Schweizer. 83 Prozent der Befragten unserer Studie sind der Meinung, Schweizer Wirtschaft benötigte mehr digitales Know-how. 80 Prozent fordern mehr Vernetzung mit Start-ups.
Neben der Digitalisierung ist ein wichtiges Handlungsfeld die strategische Vernetzung mit dem Ausland: Bereits 33  Prozent unterhalten schon Technologiepartnerschaften mit internationalen Playern, 15 Prozent planen so etwas in nächster Zukunft. 12 Prozent planen Joint Ventures. Auch der Fachkräftemangel trägt dazu bei, dass sich Unternehmen verstärkt international ausrichten: Zwei Drittel der Unternehmen sind auf Spezialisten und Kaderpersonen aus dem Ausland angewiesen, mehr als die Hälfte auch für das Top-Management. Wenn alle Pläne umgesetzt werden, wird die Schweizer Wirtschaft bald stärker als jemals zu vor international vernetzt sein.
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Unternehmerperspektiven in Zürich
Diese und weitere Erkenntnisse der Studie haben wir Ende Januar in Zürich mit namhaften Schweizer Unternehmern der unterschiedlichen Unternehmergenerationen diskutieren dürfen. 250 Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer sind unserer Einladung gefolgt. Die futuristisch anmutende Kulisse des Aura an der Bleicherstrasse bot einen adäquaten Rahmen für engagierte Diskussion unter der souveränen Moderation von Beatrice Müller. Peter Spuhler, langjähriger und erfahrener Stadler Rail-Verwaltungsrat, machte klar, dass für ihn eine klare Strategie den Schlüssel zum Erfolg darstellt. Diese müsse man Mitarbeitern und Engeneeringteams vermitteln, um erfolgreich zu sein. Grundsätzlich stimme er zu, ergänzte Markus Spiesshofer, der zusammen mit seinem Bruder und einem weiteren Unternehmensnachfolger seit drei Jahren die Traditionsfirma Triumph in digitale Zeiten führt. Aber es komme auch darauf an, sich das Know-how und Potenzial der Mitarbeiter auf dem Weg in die Zukunft zunutze zu machen. Wie wichtig die Unternehmenskultur für einen erfolgreichen Generationswechsel sei, betonte auch Ifolor-Chef Philipp Schwarz. Unternehmer brauchten so etwas wie einen Fixstern, an dem sie sich und ihre Organisation ausrichten könnten. Die Kunst dabei sei es, so Schwarz, diese Ausrichtung und die gewünschte Kultur auch vorzuleben. Die kluge und durchaus lebendige Auseinandersetzung zwischen alter und junger Unternehmergeneration hielt  Thomas Nauer, Unternehmenserbe von Solis, für wichtig. Die neuen Besen kehrten zwar gut, aber die Alten wüssten eben oft, wo der Schmutz liege. Sein zweiter Gedanke zum Thema Zukunft: Das «out of the box thinking» sei heute nicht mehr die Herausforderung. Zu wissen, was in der Box ist, sei wichtig. Das bestätigte auch Michael Reuther, Vorstand für das Firmenkundengeschäft der Commerzbank, der ebenfalls auf dem Podium sass. Natürlich habe man sich im Vorstand der Bank nach dem Wechsel an der Spitze 2016 erlaubt, die Bank ganz neu zu denken und so die Vision vom Technologiekonzern entwickelt. Ohne ein Sounding mit den Mitarbeitern hätte man die neue Strategie allerdings nicht auf den Weg gebracht.
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Banking in der Digitalisierung
Uns als Bank beschäftigt die Transformation und die «Next Generation» auf dem Weg zum Finanztechnologiekonzern. Commerzbank 4.0 ist das Ziel. Effizienter, digitaler und fokussierter wollen wir werden. Dabei werden wir unser Kerngeschäft, die Finanzierung von Auslandsengagement unserer Kunden, nicht aus dem Auge verlieren. Ganz im Gegenteil. In Deutschland sind wir mit unserem weltweiten Netz von Niederlassungen und Korrespondenzbanken seit langem der meistgefragte Partner der Unternehmen. Doch das Banking verändert sich und auch in unserem Konzern erleben wir so etwas wie einen Generationenwechsel. Ein ganz neuer Typ Banker belebt das Bild, nicht nur optisch, sondern vor allem mit neuem, innovativem Denken. Das bringt vieles in Bewegung zum Nutzen für unsere Kunden. Mit Hochdruck entwickeln wir neue Arbeitsweisen, neue Produkte und neues Denken. Hier entsteht die «Next Generation Banking» – neue, digitale Services und neue Geschäftsmodelle.
Die Initiative Unternehmerperspektiven der Commerzbank Schweiz befragte Ende 2017 hundert deutschschweizer Top-Manager nach ihrer Einstellung zur nächsten Generation von Führungskräften, Geschäftsmodellen und Auslandsengagements. Die Vergleiche zu Deutschland basieren auf der Befragung einer ähnlich strukturierten Gruppe von 316 deutschen Top-Managern. Die Studie mit dem Titel «Next Generation: neue Impulse für die Schweizer Wirtschaft» stellte die Commerzbank am 22. Januar 2018 in Zürich vor. «Die Schweizer Unternehmen ruhen sich nicht auf dem Erfolg bereits realisierter Digitalisierungsprojekte aus, von denen wir in den Studien der Vorjahre erfahren haben. Sie suchen nach neuen Chancen und Opportunitäten – und dies zunehmend auch in internationalen Partnerschaften und mit Kapital und Know-how aus dem Ausland. Das hilft, die gesamte Wirtschaft wach und agil zu halten», kommentierte CEO der Commerzbank Schweiz, Marc Steinkat, die Ergebnisse. Die vollständige Studie steht zum Download unter: www.commerzbank.ch.



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