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5. Apr 2018, Standort | Standortwahl

Ostdeutschland: Ein attraktives Investitionsziel für Schweizer Unternehmen

Nach 27 Jahren deutscher Einheit und massiven staatlichen Investitionen hat sich Ostdeutschlands Wirtschaft mehr und mehr dem westdeutschen Niveau angeglichen. Der Osten weist gemäss Konjunkturumfrage des DIHK gemeinsam mit dem Süden derzeit die höchsten Investitionsabsichten auf und die Geschäftserwartungen der ostdeutschen Unternehmen machen einen deutlichen Sprung nach oben. Sie blicken sogar zuversichtlicher auf ihre künftigen Geschäfte als die Firmen im Bundesdurchschnitt.

Ostdeutschland ist aus vielerlei Gründen bei (Schweizer) Investoren beliebt. Da nach der Wende in die öffentliche Infrastruktur investiert wurde, verfügen die ostdeutschen Länder über hochmoderne Strassen-, Eisenbahn- und Flughafen-Netzwerke. Zusammen mit der zentralen Lage im Herzen Europas und  in wichtigen europäischen Transportkorridoren sind somit sowohl westeuropäische als auch die aufstrebenden Märkte im Osten einfach und schnell erreichbar. Hinzu kommt die Verfügbarkeit von günstigen und gut erschlossenen Industrie- und Gewerbeflächen, die mit z.T. 10€/m2 um ein Vielfaches erschwinglicher sind als in der Schweiz. Wie in vielen Teilen der Welt geniessen Schweizer Unternehmen auch in Ostdeutschland eine hohe Reputation. Das macht sie für die gut ausgebildeten Fachkräfte im Osten attraktiv. Denn Ostdeutschland besitzt mit über 70 Universitäten und ca. 200 nicht-universitären Forschungsinstituten, darunter die Fraunhofer- und die Max Planck-Gesellschaft, eine ausgeprägte akademische und forschungsintensive Infrastruktur.

Schweizer Unternehmen schätzen den Osten Deutschlands auch, weil er der Schweiz in verschiedener Hinsicht ähnlich ist. Ein wichtiger Punkt: Es gibt – abgesehen von den charakteristischen Dialekten, die für manch einen ungewohnt sein können – keine Sprachbarriere. Auch in der kleinteiligen Wirtschaftsstruktur ergibt sich eine Gemeinsamkeit: In der Schweiz spielen KMU eine tragende Rolle, in Ostdeutschland prägen sie traditionell massgeblich die Unternehmenslandschaft. Viele helvetische Firmen geben ausserdem an, dass sie die eher zurückhaltende Art der Ostdeutschen, insbesondere die der mittleren und älteren Generationen, als sehr angenehm empfinden.

Investitionsaktivitäten von Schweizer Unternehmen in Form von Ansiedlungen und Erweiterungen, Firmenübernahmen sowie Finanzinvestments sind seit 1990 in zwei «Wellen» zu beobachten. Zum einen wurde unmittelbar nach der Wende ausgiebig investiert, da für die ehemals sozialistischen Unternehmen neue Eigentümer gesucht wurden. Zum anderen wurden in den letzten fünf Jahren wieder verstärkt Investitionen registriert. Gründe dafür liegen im starken Schweizer Franken, der Schweizer Unternehmen allgemein zur besseren und weiteren Positionierung im Euroraum veranlasst. Ferner ziehen sich nun nach über 25 Jahren der Wiedervereinigung die Unternehmenseigentümer zurück, die nach der Wende gegründet haben. Sie stossen bei der Suche nach einer geeigneten Nachfolge immer wieder auf Schweizer Investoren.   



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