Handelskammerjournal – Nachhaltigkeitsanalyse: Der Schlüssel zum Erfolg ist das Team
28. Okt 2015, Finanzen | Nachhaltigkeitsanalyse

Der Schlüssel zum Erfolg ist das Team

Vier Fragen an Jan A. Poser über die Nachhaltigkeitsanalyse der Bank J. Safra Sarasin.

1. Herr Poser, was ist das Besondere an der Nachhaltigkeitsanalyse der Bank J. Safra Sarasin?

POSER: Bei uns besteht das wichtigste Ziel darin, die Nachhaltigkeit in jeden Schritt des Anlageprozesses einfliessen zu lassen – von der Konstruktion des Anlageuniversums über die Titelselektion und die Portfoliokonstruktion bis hin zum Reporting. Konkret bedeutet dies, dass wir unseren Kunden beispielsweise erklären können, was Nachhaltigkeit in ihrem Portfolio bewirkt – zum Beispiel in Form einer CO2-Portfolio-Analyse.

Zudem setzen wir auf anlageunterstützende Aktivitäten, wie Stimmrechtswahrnehmung oder Unternehmensdialog. Fast noch wichtiger ist aber, dass wir mit unseren Kunden spezifische Bedürfnisse im grossen Spektrum der Nachhaltigkeit besprechen und massgeschneidert Anlagebausteine zusammensetzen können.

2. Worin besteht der konkrete Zusatznutzen von nachhaltigen Geldanlagen für Investoren?

POSER: Eine Nachhaltigkeitsanalyse dient dazu, für die Investoren jene Chancen und Risiken sichtbar zu machen, die bei einer klassischen Vermögensverwaltung unterzugehen drohen. So wissen wir heute beispielsweise, welches Unternehmen die effizienteste Schifffahrtsflotte besitzt und daher viele Millionen jährlich an Dieselkosten einspart – oder welche Pharmafirmen die aggressivsten Marketingpraktiken und die höchste Korruptionsanfälligkeit haben.

Solche Erkenntnisse verbinden wir mit dem traditionellen Finanz-Handwerk in der Unternehmensanalyse. So schaffen wir es aktive Renditen zu erwirtschaften.

3. Die Bank J. Safra Sarasin ist eine Pionierin für nachhaltige Geldanlagen. Was hat sich auf diesem Gebiet seither am gravierendsten verändert?

POSER: Im Vergleich zu vor 25 Jahren haben sich nachhaltige Geldanlagen aus der Nische bewegt. Die investierten Anlagevolumen haben massiv zugenommen.

Eine wachsende Anzahl institutioneller und privater Kunden hat entdeckt, dass sie dank nachhaltigen Anlagen weitere Ziele verfolgen können – zusätzlich zur finanziellen Anlagerendite. Einige Kundengruppen zielen darauf ab, dank finanziell relevanter ESG-Aspekte die Rendite zu verbessern, während andere vor allem ethische Motive in den Vordergrund stellen. Zudem herrscht heute deutlich mehr Konkurrenz auf dem Markt für nachhaltige Geldanlagen.

Bei den Anbietern von Nachhaltigkeitsinformationen hat es beispielsweise einige Zusammenschlüsse gegeben. Daraufhin entstanden grössere und professionellere Datenanbieter. So stehen heute immer mehr und bessere Nachhaltigkeitsinformationen für Unternehmensanalysen zur Verfügung.

4. Bedeutet dies, dass man heute Nachhaltigkeitsresearch fix fertig extern einkaufen kann?

POSER: So leicht ist das nicht. Vor allen Dingen als Pionier im Bereich nachhaltiger Geldanlagen geht unser Anspruch über das am Markt bestehende Angebot hinaus. Gute Daten sind für uns zwar eine wichtige Grundlage, sie alleine reichen aber nicht aus, um ein fundiertes Nachhaltigkeits-Research zu betreiben und sich von den Mitbewerbern abzuheben.

Den Schlüssel zum Erfolg bilden für uns nach wie vor hochqualifizierte Analysten, die in der Lage sind, diese Daten zu interpretieren. Wir setzen daher auf ein 16-köpfiges Sustainable Investment Research Team, das über viel Erfahrung, Neugier sowie Sektor- und Unternehmenswissen verfügt. So identifizieren wir die besten Unternehmen für unsere Anlageportfolios.

(Bildquelle: © blackred/iStockphoto)




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