Aargau (1/2)
15. Nov 2017, Standort | Standortwahl

Kanton Aargau – Begehrter Schweizer Unternehmensstandort (1/2)

Der Kanton Aargau ist bei Unternehmen beliebt. Das belegt die hohe Zahl an Firmenneugründungen im Kanton.

Bei Standortverlagerungen ist der Kanton Aargau erste Wahl. Er bietet den unterschiedlichsten Branchen attraktive Rahmenbedingungen und besticht durch seine lokale Vielfalt. Zu den Schlüsselbranchen zählen: 

  • Energie- und Elektrotechnik
  • Chemie und Pharmazie
  • Kunststofftechnologie
  • Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) 
  • Informations- und Kommunikationstechnologie
Ein Standort für Spitzentechnologie und Forschung

In der Region um Baden und Brugg hat sich im Umfeld von globalen Konzernen wie ABB oder General Electric ein Cluster im Bereich Elektrotechnik und Computertechnik gebildet. In Richtung Basel im Fricktal hat sich die Pharmaindustrie etabliert, während im Süden im Freiamt die Kunststoffbranche zu Hause ist. Prägend für den Kanton und ein Magnet für Hightech-Unternehmen ist das Paul Scherrer Institut (PSI). Es ist das grösste Schweizer Forschungsinstitut für Natur- und Ingenieurwissenschaften und Energieforschungszentrum, welches im Hightech-Bereich internationales Renommee geniesst.

Schliesslich entsteht im Umfeld des PSI der PARK INNOVAARE. Dieser unterstützt dabei, die entwickelten Innovationen schnell in marktfähige Produkte umzusetzen. Zusammen mit der Hochschule für Technik der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) sowie dem Hightech Zentrum Aargau beherbergt der Kanton Aargau drei überregionale Innovationszentren. Im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt arbeiten im Aargau doppelt so viele Mitarbeitende im Bereich Forschung und Entwicklung. Im Bereich der zukunftsträchtigen Spitzentechnologie gehört der Aargau zu den bedeutendsten Standorten in der Schweiz.

Der grosse Gewinner ist der Kanton Aargau

Bei den Unternehmen kommt das vielfältige Angebot gut an, wie Umfragen zeigen. So hat der Kanton im Standortwettbewerb innerhalb der Schweiz die Nase vorn, wie beispielsweise die Zahl der Firmenneugründungen belegt. Diese ist in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gestiegen. Was die Verlagerung des Firmensitzes betrifft, so nimmt der Aargau gar eine Spitzenposition im schweizweiten Vergleich ein.

Dass tatsächlich starker Zug im Unternehmensstandort Aargau ist, bestätigt die im April publizierte Untersuchung der Wirtschaftsauskunft CRIF AG in Zürich. Sie hat zwischen 2008 und 2015 untersucht, wohin im Handelsregister registrierte Firmen innerhalb der Schweiz umziehen und ob ein Zusammenhang mit den kantonalen Gewinnsteuersätzen besteht. «Der grosse Gewinner ist der Kanton Aargau», fasst die CRIF AG das Ergebnis kurz und bündig zusammen. Er vermöge mit einem tieferen Gewinnsteuersatz neue Firmen anzuziehen.

Insgesamt haben innerhalb von sieben Jahren 2’474 Firmen ihren Sitz in den Aargau verlegt. Davon allein 930 aus dem Kanton Zürich. Im gleichen Zeitraum sind 2’141 Unternehmen wieder abgezogen. Das ergibt einen Nettoanstieg von 333 Firmen, rund zehn Prozent allein im Raum Baden. Das ist im Vergleich zu allen anderen Kantonen, auch jenen mit tieferen Gewinnsteuersätzen als der Aargau, die Bestquote.

Zentrale Lage und erschwingliche Immobilien als Erfolgsfaktor

Bei der Standortwahl ist die zentrale Lage zwischen den Wirtschaftszentren Zürich, Basel und Bern ein wichtiger Grund für die positive Dynamik in Richtung Kanton Aargau. Davon profitieren Mitarbeitende, Kooperationspartner, Kunden und Zulieferer. Unternehmen finden im Aargau dank den moderateren Immobilienpreisen, Lebenshaltungs- und Lohnkosten gute Rahmenbedingungen vor, um günstig zu produzieren, zu entwickeln und zu forschen. Kein Wunder, arbeiten in der Wirtschaftsregion 340’000 Menschen in gut 40’000 Firmen – vom KMU bis zum globalen Konzern. Das reichliche Vorhandensein von brach liegenden Produktionsflächen vor allem im ländlichen Raum ist ein weiterer Grund für den Firmen-Boom. Basel oder Zürich haben deutlich weniger Brachen.




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